Archiv der Kategorie 'Rückpass'

An jedem verdammten Sonntag

so

Richard Kirn: „Der lachende Fussball. Fröhliche Geschichten um das runde Leder“ Nürnberg, 1942.

Mein Trainingsplan für die Klinsmänner

plan
(geklaut aus Rogalski/Degel: Fußball. Sportverlag Berlin, 1982.)

Das Turnier naht, die T-Frage ist geklärt, das Ostersonntagsschlemmen schickt seine bedrohlichen Schatten. Damit die Klinsmänner den falschen Hasen gut verdauen und bis zum 9. Juni topfit in Form sind, müssen sie trainieren. Beim Verein in der Luschenliga oder beim Bundestrainer mit den Konditionskaliforniern lernen Prolldolski, Klöschen und der Herr Lehmann aber höchstens, wie sie Interviews vergeigen und in europäischen Wettbewerben versagen.

Deswegen hier und völlig unverbindlich ein Trainingsplan. Exakt zugeschnitten auf die Bedürfnisse eines Bastian Schweinsteigers (Freizeit), Oliver Kahns (Helfen im Haushalt); sogar an Tim Borowski (Trainingskleidung reinigen) und Kevin Kuranyi (Einkaufen) ist gedacht worden. Und das BSG-Training am Mittwoch und Freitag ist speziell für Michael Ballack. Denn er ist schließlich der Kaderleiter.

Eigentlich kann nun nichts mehr schiefgehen.

Misslungenes Experiment

Der deutsche Angriff zeigte nicht entfernt das erfolgreiche Spiel wie in den letzten Prüfungskämpfen auf deutschem Boden. Man kann das Experiment mit den drei Mittelstürmern im Innenangriff als nicht gelungen bezeichnen.

Das Hamburger Fremdenblatt zum 5:2-Erfolg über Belgien bei der WM 1934 in Italien. Deutschland wurde erst WM-Dritter und später größenwahnsinnig.

hf

Gut angeballert zum Zombietreffen

Erst jetzt gelesen, aber trotzdem für extrem blogbar (is dat jeschützt, Herr Pahl?) befunden: Ulrich von Bergs grandiose Schlusssätze seines George-Best-Porträts in 11 Freunde Nr. 51:

Ein paar Tage nach Bests Tod fand das als WM-Gruppenauslosung getarnte Zombietreffen statt, bei dem einige Altstars (Pelé natürlich vorneweg), vorgeführt wie die Tanzbären, mal wieder brav Pfötchen geben und ihre Sprüchlein aufsagen durften.

Da war es schon lustvoll, sich mal kurz vorzustellen, welch herrlichen Eklat es gegeben hätte, wenn mitten in der peinlichen Show Bestie gut angeballert dahergewankt gekommen wäre, um Hallo zu sagen und dem ewig grinsenden Model, das genau seiner Kragenweite entsprochen hätte, seine Aufwartung zu machen.

Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts

Der Vorsitzende Richter äußerte zur Rechtslage, das erhöhte Sicherheitsbedürfnis während der Weltmeisterschaft müsse Vorrang vor möglichen Beeinträchtigungen des Persönlichkeitsrechts Einzelner haben.

Traurig, aber wahr.

Neuville, nachnominiert

Weil Mike Hanke sich sein Becken geprellt hat – wie und warum auch immer –, wird Olli Neuville für das Testspiel gegen die USA nachnominiert. Neuville mag vieles haben, eine Lobby besitzt er wohl kaum. Vielleicht auch zu Recht. Aber eines werde ich nie vergessen: Wie der kleine Krummbeinige im WM-Finale 2002 aus gefühlten 80 Metern einen Freistoß mit Vollspann und Karacho an den brasilianischen Pfosten gesetzt hat, dass den Selecao-Fans das Silikon erstarrte. Und gerannt ist er damals geradezu duracellesk. Wer weiß.

Fool’s garden

Auch bei Spreeblick ham se jetzt mitbekommen, dass bald WM is. Ergebnis: Netter Name, Fußballerzitate, politisches Positionieren, Becks-Bashing, vergleichsgeile, aber feine Sprache und der Verlagshampelmann in bewegtem Bild. Und beim neunten Eintrag schon neun Kommentare.

So, ich geh jetzt mal kurz in Selbstmitleid baden.

Verlockung

Auf dem Bolzplatz wird der Jürgen Teflon-Mann genannt und die Wohnsitzfrage als Kandidat zum Unwort des Jahres vorgeschlagen. Schön, schön.

Ich sage dazu nur soviel: Ich mag einen gepflegten Rasen und einen noch gepflegteren Kick. Deshalb habe ich noch nicht oft leidenschaftlich mit der deutschen Nationalmannschaft gefiebert. Bei der WM werde ich das wohl tun müssen. Denn die Belohnung, nach großartigen Spielen die Bluthunde von heute winseln zu hören und sich winden zu sehen, ist einfach zu verlockend.

Kampagneros

nolookpass hatte es hier angedeutet, ich redundiere aus aktuellem Anlass: Bild stinkt.

Reichlich undifferenziert

Aber nicht unwahr.

Deutsche Mentälität

Stan Libuda ist hier nicht nur von 11freunde-Chef Philipp Köster wegen seiner Meinung nach unrechtmäßiger Klinsmann-Kritik enttäuscht. Hübsches Fazit:

Für die deutsche Mentalität sind die Begriffe “Arbeit” und “Kalifornien” anscheinend nicht in Verbindung zu bringen.

lang, länger, Verlängerung

Denkwürdige Verlängerungen kompakt.

Nullsechs

logo

Neues von der WM-Logo-Kampagne.

Gernseher

d

Was für ein Tag: Der HSV gewinnt in München, und beim RBB gibts nen Gernsehabend mit der WM 1974. Zu Gast sind Heinz-Florian Oertel und Heribert Faßbender. Und man kann Oertels politische Ansichten Scheiße finden und Faßbender Larifari-Journalismus ankreiden, man kann sagen, hier sonnen sich zwei alte Männer in ihrer Vergangenheit. Im Gegensatz zu einigen ihrer Nachfolger können sie aber einen geraden Satz sprechen und danach aufhören, zu reden. Kaum, dass sie beim Gespräch mit Jörg Thadeusz in Gelaber verfallen, kaum, dass sie gedanklich abschweifen oder ihre Unsicherheit mit Plattitüden überbrücken. Und ich glaube sogar entdeckt zu haben, dass die beiden schon jetzt ihre Überdosis Fußball-WM abbekommen haben.

Nur der Fußball von damals, der ist wirklich schlimm anzuschauen.

Handballer

Mist, jetzt trifft die Heulsuse in der Bundesliga. Aber vorher hat er Hand gespielt, bätsch!

Kopflinie des Tages

Einmal Nationalmannschaft rot-weiß, bitte …

Nur ein Klischee

Und die Fußballbegeisterung? Wird wirklich überall an den Stränden, in jeder Straße, in jeder Gasse gekickt?

Gemäß Umfragen tritt die große Mehrheit der Brasilianer nie oder nur höchst selten gegen einen Ball. Achtzig Prozent leben in Städten wie dem Betonmeer Sao Paulo. Benedita Souza aus Sao Paulo beobachtet: “Fußball geht eigentlich nur in den Clubs. Es ist doch alles zugebaut. Den Jugendlichen fehlt Platz zum Spielen. Deshalb sitzen die meistens vor dem Fernseher.“

Stimmt. Auch weils vielen auf der Straße zu gefährlich ist. Brasiliens Heranwachsende hocken mehr als doppelt solange wie ihre deutschen Altersgenossen vor der Glotze – durchschnittlich dreieinhalb Stunden pro Tag, liegen damit weltweit an der Spitze.

Der ost:blog über die WM und Brasilienklischees.

Monsieur Calmünd lebt üngesünd

Udo Lindenberg, Howard Carpendale, Enrique Iglesias, Karel Gott, Rainer Calmund, Tom Jones, Dieter Bohlen, DJ Ötzi, Roberto Blanco, Helge Schneider und Helmut Kohl sind Jörg Knör Ball.

via Indirekter Freistoß