Archiv der Kategorie 'Gruppenverhalten'

Noch‘n Atlas

Die Idee, Probleme zwischen Ländern im Fußball anhand einer Weltkarte und der WM-Gruppenauslosung darzustellen, ist keine gute. Auch wenn’s sich der Indirektefreistoßfritsch überlegt hat. Was soll das bringen? Mir ist es relativ egal, dass Brasilien und Australien seit Jahren um die Weltspitze beim Fördern von Eisenerz ringen.

Aber der Domainname, der ist klasse: Fußball-Konflikte.

via Mielke

Deutschland vs. Japan

Sonstig

Auch England trifft zweimal nach Standards aus dem Halbfeld. Polen kassiert ein Gegentor des Jahres: Kolumbiens Torwart macht‘n Abschlag, Polens Torwart holt die Pille fünf Sekunden später aus‘m Netz. (kann mal jemand bescheidisieren, wenn das veryoutubet ist, bitte? Danke!). Wenn Kolumbien beim Testspiel gegen Deutschland rumholzt, sind sie garantiert von den wirklich recht harmlosen Polen bestochen worden. Und: Argentinien hat einfach geile Spieler, aber keine Mannschaft.

Schlussig

Nowotny ist gefühlte zehn Sekunden aufm Platz und verschuldet gleich mal das 0:1. Dafür pennt beim zweiten Gegentor die halbe Mannschaft. Odonkor ist maximal Option schnell, Schweinsteiger wirkte irgendwie dauer-angepisst. Merke: Gegen flinke, kleine Teams möglichst viele Freistöße im Halbfeld schinden. Und Klinsmann sah sehr, sehr müde aus. Gute Nacht.

Halbzeit

Es dürfte nun einigermaßen klar sein, warum der Herr Lehmann im Tor steht. Offensichtlich auch, dass diese deutsche Abwehr immer für einen Patzer gut ist. Es ist begrenzt Tempo in der Partie, leider nur lassen sich die traditionell quirligen Japaner davon alles andere als beeindrucken. Bernd Schneider bleibt Bernd Schneider: Er kann Spiele allein gewinnen, er kann sie auch alleine verlieren – heute eher letzteres. Borowski und Ballack müssen sich noch aufeinander einspielen, permanent gefährlich spielen nur Jansensteiger. Und das haben die Blauen auch schon mitbekommen. Aber torlos bleibt das hier heute nicht.

Aufgestellt


Miroslav Klose (11) – Lukas Podolski (20)
Bastian Schweinsteiger (7) – Michael Ballack (13) – Tim Borowski (18)
Torsten Frings (8)
Marcell Jansen (2) – Per Mertesacker (17) – Chr. (21) – Bernd Schneider (19)
Jens Lehmann (1)

Gespielt

Wird auch woanders:

Polen – Kolumbien 1:2 (0:1)
Tschechien – Costa Rica 1:0 (0:0)
Deutschland – Japan 2:2 (0:0)
Chile – Elfenbeinküste 1:1 (0:0)
Argentinien – Angola 2:0 (2:0)
England – Ungarn 3:1 (0:0)

Passiert

Sind bereits die folgenden Testspiele:
Deutschland – Luxemburg
Deutschland – Luckenwalde
Deutschland – USA
Italien – Deutschland

Lesen Sie außerdem:
Deutschland sucht die Superspieler

Falsch

Ist eindeutig die Beflaggung bei keepthemuppy, dem heutigen Fußballsenf-Spieletipp.

Trendig

Da ja alle von diesem google sprechen, wollen wir ihn doch mal zu wirklich wichtigen Sachen befragen:

Hmm. Na ja. Ist ja nur ein Testspiel.

Les Bleux im Schnee

Da sage noch einer die deutschen Trainingsmethoden seien etwas merkwürdig.

Obwohl.

Darf ich bitten?

pm

Sollte US-Verteidiger Pablo Mastroeni Probleme mit seinem Image bekommen, braucht er sich nicht zu wundern. Wer sich so in 1500-Dollar-Fummel ablichten lässt, ist selbst Schuld. Der schöne Pablo erinnert mich irgendwie an diesen Typen:

Das war eine Bratwurst.

Tschuute

In der Schweiz gibt es derzeit die aktivste Hooliganszene in Westeuropa.

Fanforscher Gunter A. Pilz im ARD-Interview.

Test eins zwo

Der Gruppensieg Deutschlands ist nach dem Triumph Polens jetzt ernsthaft in Gefahr. Die jüngsten Testspiele und ihre Ergebnisse:

Mexiko – Kongo 2:1 (2:0)
Japan – Schottland 0:0
Saudi-Arabien – Togo 1:0 (0:0)
Polen – Färöer-Inseln 4:0 (1:0)

Hihi: Die Offiziellen sehen die polnischen Titelambitionen offenbar auch:

Die polnische Nationalmannschaft beweist ihre gute Form für die WM in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli). Das Team gewann ein Testspiel gegen die Färöer Inseln mit 4:0 …

Lovely Bratwürste!

Now, when the small chance for England to win the cup completely verschwunden ist, take it like a man. And look, which personae non grata German blogger have voted some weeks ago:

  1. Andreas Möller
  2. Thomas Brdaric
  3. Michael Ballack
  4. Tim Wiese
  5. Paulo Di Canio
  6. Christian Wörns
  7. Ciriaco Sforza
  8. Lothar Matthäus
  9. Jens Jeremies
  10. Oliver Kahn

Zorn, aufgehobener

Schließlich ist Frühling und ich muss mir meinen Zorn noch für die Holländer bei der WM aufheben.

Herr rOssi ist ungeduldig & jähzornig. Aber ich bin ganz seiner Meinung. Und Schwarzweiß wird orange aus dem Turnier rotzen spucken schmeißen.

Polen-Bluff

Da zunächst kein Keeper im Trainingscamp erschienen war, durfte ein Nachwuchsmann vom örtlichen Club Amica Wronki mitmachen.

Geil! Sollten die Polen bluffen, tun sie das richtig gut. Das wär so, als würden Kahn, Lehmann und Hildebrand nicht zum Testspiel kommen und der 2. Keeper von Luckenwalde müsste die wackelige Viererkette zusammenhalten.

Wann kommen sie denn?

15. Mai Togo
20. Mai Angola
26. Mai Japan
27. Mai Saudi-Arabien
Ghana
29. Mai Ecuador
31. Mai Polen
Argentinien
1. Juni Kroatien
2. Juni USA
Mexiko
3. Juni Schweden
4. Juni Trinidad/Tobago
Brasilien
Portugal
Costa Rica
5. Juni Australien
Tunesien
Elfenbeinküste
England
6. Juni Iran
Südkorea
Niederlande
Serbien/Montenegro
7. Juni Tschechien
Italien
8. Juni Schweiz
Frankreich
Spanien
9. Juni Ukraine

Liberté, egalité, Jules Rimet

Soso. Wir sind also nicht nur Deutschland, wir sind auch Fussball. Und da wir zwar vieles sind, aber keine Muttersprachler, sagen wir das auf Englisch: We are football.

Zu unserer Entschuldigung sei hier angemerkt, dass die WM-Slogans auf den Mannschaftsbussen anderer Mannschaften ebenfalls auf Globalsprech daherkommen und meist ebenso sinnbefreit sind. For the love of the game zum Beispiel, das Serbien und Montenegro auf dem Weg zum Vorrundenaus begleiten wird. Oder das White and red, dangerous and brave Polens, bei dem man nicht genau weiß, ob nun die Mannschaft oder der kettensägenbehängte chuligan gemeint ist.

Ganz hübsch dagegen 2006, it’s Swiss O’clock der Schweiz oder der französische Dreisatz Liberte, egalite, Jules Rimet. Und nein, die Sprüche sind keinem schlechten Sloganizer entsprungen, sondern den Ideen der Besucher von fiefahworldcup.com.

Das dürfte einiges erklären.

Wie es früher einmal war

Kaum eine Mannschaft erstarrt mehr in Ehrfurcht, wie es früher einmal war.

Ehrfurcht is nich mehr. Aber vielleicht gewinnen die Schwarzweißen auch mal so, ganz ohne vorher Ehrfurcht zu verbreiten.

Ein paar Fernsehansager

Die einzigen Idole, die das Land hat, sind ein paar Fernsehansager – und Fußballspieler.

Nein, in dem Text von Wiebke Hollersen geht es nicht um Deutschland, sondern um den ersten Gegner Costa Rica. Und das neue Layout der Berliner gefällt.

Bruch des rechten Mittelfußes

Der Fall Rooney wirft mir eine Frage in die Fresse: Gibt es momentan in der deutschen Nationalmannschaft einen Spieler, den Jubel-Jürgen auch mit Mittelfußbruch in den Kader stopfen würde? Ich fürchte, ich kenne die Antwort.

Acht Tage

Schade. Das Duell Rooney vs. Huth im Achtelfinale hätte ich gerne gesehen.

Aber vermutlich würden es die ängstlichen fiefah-Refs ohnehin zerpfeifen. Die 1,68-Spackos von den Malediven oder aus San Marino haben eben keinen Sinn für britische Härte. Mein Tipp: Die obligatorische WM-Schiri-Diskussion startet acht Tage nach dem Eröffnungsspiel. Es wird Gelbe und Rote hageln, der Boulevard schreit nach Videobeweisen, Beckenbauer fordert die Abschaffung der Großschreibung auf dem Spielfeld.

Dann fliegt Deutschland raus, und alles ist wieder wie vorher.

Laut nachgedacht

Sollte es stimmen, dass der Brasilianer Luiz Felipe Scolari nach der WM neuer Nationaltrainer Englands wird, dann könnte er am 1. Juli auf Schalke im WM-Viertelfinale mit seinem jetzigen Team Portugal im direkten Duell mit den Engländern in gewisse Konflikte geraten. Muss aber nicht.

Mehr bei allesaussersport

Hebt euch das Bild gut auf!

jl

Vielleicht könnt ihr es bald wieder brauchen, liebe gelbe Presse.

Zidane und scharfes Chilli

Nein, der Fußball hat uns an diesem Abend nicht sonderlich interessiert. Zwar stand die WM 2002 vor der Tür und eine deutsche Mannschaft im Finale der Champions League. Aber: Bier, Blödsinn, Bayer. Leverkusen interessierte uns nicht die Bohne, der erste Becks-Kasten ging bereits in Vorruhestand und die Wohnung des bemitleidenswerten Gastgebers wurde Schritt für Schritt Tine-Wittler-mäßig generalüberholt.

Den Spaß trübte nur ein perfide scharfes Chilli con carne und Raúl, der Finalgegner Real Madrid früh in Führung brachte. Egal, noch‘n Pils, das Chilli war wirklich scheiße scharf. Das Spiel: gar nicht übel, Lucio köpfte den Ausgleich und lieferte damit den Grund für die nächste Buddel.

Kurz vor der Pause wollte der Platzwart eigentlich ein ungestörtes Zwiegespräch mit seinem aufgewühlten Magen- und Verdauungstrakt aufnehmen. Er sollte aber nicht dazu kommen. Zinedine Zidane hatte nämlich gerade das Spiel entschieden.

Ein Volleyschuss zerschmetterte Bayers Titelambitionen. Zidane hatte sich 45 Minuten lang warmgelaufen und fand es dann offenbar an der Zeit, Real wieder in Führung zu bringen. In der zweiten Halbzeit passierte noch sehr viel, aber dieser Sonntagsschuss schien Leverkusen zu lähmen: Sie rannten und drückten, sie kämpften und schossen, aber Fußball gespielt haben Ballack, Butt und Neuville nicht. Nicht in Zizous Sinne zumindest.

Der verbrachte die zweiten 45 Minuten mit dem Auslaufen. Auf dem Platz, versteht sich. Kann sein, dass er auch irgendwann ausgewechselt wurde. Der Platzwart hat das nicht mehr so richtig mitbekommen. Weil er sich Dutzende Wiederholungen von Zidanes Siegtor ansah, ja ansehen musste, weil er minutenlang den Kopf schüttelte ob der Klasse dieses Franzosen, weil er mit den anderen Betrunkenen peinliche Loblieder auf den elegantesten Fussballer seiner Zeit improvisierte, weil also der Platzwart auf sein Herz hörte statt auf seinen Magen, hatte er im Anschluss damit zu tun, seine Kotze aus der Gastgeberspüle zu kratzen und sich wieder auszunüchtern.

Zidane hört nach der WM auf. Und wer nicht glaubt, dass der Playboy auch gelesen werden kann, sollte Marcel Reifs Zidane-Porträt genießen.