Archiv der Kategorie 'Fankurve'

11 kleine Niederlagen

Weil ich gebeten wurde, dies auf die Plätze dieser Welt zu tragen:

Im Angesicht der Niederlage ist man immer allein. Jeder verliert für sich selbst. 11 kleine Niederlagen, jede auf ihre Weise einzigartig.

Haben die vielleicht auch das Spiel gegen Italien die Schmach von Florenz gemeint?

Ricky Grönemeyer

Sehr hymnischer Gänsehaut-Einstieg, doch dann: La vida loca. Mensch, Herbert, hättste aus „Zeit, dass sich was dreht“ nich ne ordentliche Mitgrölstadionrocknummer machen können? Wäre die nicht international genug geworden? Stattdessen ein Ricky-Martin-Verschnitt mit Mordshintergrundchor, dafür aber ohne Bumms dahinter.

Schade.

No more Flitzer

flitz

Das soll also nun bald nicht mehr gehen? Vielen Dank, Hansa Rostock! Dafür gibt es im Juni in Deutschland hoffentlich genug Eichhörnchen.

Letzter Test

Im Vorfeld der WM wird so der 1. Mai in Berlin-Kreuzberg zu einem weiteren Testfeld des Innensenats.

Die Polizei vor dem letzten Testspiel in Berlin:

„Es gibt keine kleinen Gegner mehr. Wichtig ist, dass die Abwehr steht und schnell auf Angriff umgeschaltet wird. Wir wollen von Anfang an Druck machen und unser kreatives Offensivspiel aufziehen. Wir müssen die Zweikämpfe annehmen und gewinnen! Wir müssen konzentriert agieren, auf Fehler warten und dann eiskalt zuschlagen. Dann können wir auch gegen die spielstarken ausländischen Teams bei der WM bestehen.“

[Es könnte sein, dass der Platzwart vor lauter Bildersortieren hier die Ressorts etwas durcheinander gewirbelt hat.]

Verzweiflung

Ich will nicht nur Golfclubmitglieder und Yachtbesitzer, sondern auch Menschen wie mich – Menschen, die den Discountern die Treue halten – in den Stadien sehen! Als Gegenangebot biete ich an, beim Aufräumen in den Stadien per Besen zu helfen!

Abdel Rodrigez will, dass es WM-Karten regnet.

Wie man ein WM-Lied macht

Die englischen Bratwürste verraten es:

  1. Lied auswählen
  2. Land auswählen
  3. Text anpassen
  4. Lied aufnehmen
  5. Plattenvertrag bekommen
  6. Bei iTunes listen lassen
  7. Video produzieren und bei youtube listen
  8. Ein Blog aufmachen
  9. Webseiten zuspammen
  10. Ruhm und Reichtum genießen

Ich glaube aber, der Typ und die hier haben das irgendwie anders gemacht.

Lächerlich wenig

Die ganze Aktion hilft dem Regenwald geradezu lächerlich wenig …

Gemeint ist Bierreklame, die verspricht, die Weltnatur zu retten. via medienrauschen

Brötchen* sammeln

Jetzt geht das wieder los. Geht das nicht auch online, irgendwie? Immerhin wird das Phänomen längst bebloggt.
*

OK muss Tickets umschreiben

Der Essener Fan, der sein bei Ebay ersteigertes Ticket umschreiben wollte und erst nicht durfte, hat jetzt Recht bekommen.

Warmlesen

Synapsenstretching: „Im Fußballfieber“ von Dermot Bolger.

Die hässlichsten Fußballer der Welt

hfdw
foto_uglyfootballers.com

Hier das best-of-team:

Position Name Land
Torwart Jim Leighton Schottland
Abwehr Socrates Brazil
Abwehr Marcelo Balboa USA
Abwehr Trifon Ivanov Bulgarien
Abwehr Michael Reiziger Holland
Abwehr Alexi Lalas USA
Mittelfeld Diego Maradona Argentinien
Mittelfeld Robert Prosenicki Kroatien
Mittelfeld Paul Breitner Deutschland
Angriff Carlos Valderrama Kolumbien
Angriff Ronaldo Luiz Nazario da Lima Brasilien
Trainer Jack Charlton Irland

Im Best-of-Europe-Team spielen mit Oliver Khan (!), Stefan Effenberg, Jens Jeremies und Carsten Janker (okay, letztes update ist offenbar schon lange her) gleich vier Deutsche, nein, vier Bayernmünchner. Zudem gibts hässliche Fouls, hässliche Fans und ein eigenes Kapitel Spielerfrauen. Aber damit ist uglyfootballer.com ja keine Rarität mehr.

Ausverkauft? Von wegen.

Beliebiges WM-Stadion, beliebiges WM-Spiel, beliebieger Ü-Wagen (gibs die überhaupt noch?):

Der fiefah-Aufpasser runzelt die Stirn. „Neinneinnein, so geht das nicht. Schwenk auf den Fan-Block!“
Regisseur: „Den hatten wir jetzt schon drei Mal …“
Aufpasser: „Dann zeigen Sie ihn ein viertes Mal, verdammichnocheins! Und Kameras weg von den VIP-Logen!“
Regisseur: „Aber die Zuschauer haben das Recht …“
Aufpasser: „Nein, haben Sie nicht! Das ist unsere WM!“
Regisseur (verlässt entnervt den Raum): „Dann machen Sie ihren Scheiß doch alleine!“

Es wird sie wohl wieder geben, die verwaisten Sitze, die Stadionlücken, die leergebliebenen PR- und Hospitalityplätze. Sagt zumindest das Handelsblatt. Wie dieser Artikel zustande kam, beschreibt Mit-Autor Thomas Knüwer, der offenbar vom Oberkartenverkäufer rotzfrech angelogen wurde.

Schweinebande, verdammte.

Und nun, begrüßen Sie mit mir …

… , spät, aber immer noch tausendmal besser als wie gar nicht, den Grund, warum ich mich überhaupt traue, abseits der kicker-Wissenschaft über Fußball zu palavern: Sie tun es schon lange, sie sind gut [verdammt riecht das muffig hier unten, so ganz tief drinne], und sie schreiben über Schattenspiele auf bolivianischen Fußballplätzchen: Die 11 Freunde!

via DbW

Bobbys und die italienischen Wochen

Englische Polizisten patrouillieren während der WM in deutschen Städten. Ganz gut, dass Leipzig Spielort ist. Und nicht Dresden. Obwohl die Engländer hie wie dort eh nicht gespielt hätten. Aber trotzdem.

So, der Pegel steigt, das Niveau sinkt, nu is erssma Wochenende. Feierabend! Frau Platzwärtin wartet schon.

babe

huch, der buliblog fühlt heute Abend ähnlich.

Die Sache mit dem Glauben

Vielleich gibt es noch Leute, die die Story vom wandernden Seppl noch nicht irgendwo vorgesetzt bekommen haben. Für die jetzt ein Abstrakt: Seppl ist ein arbeitsloser Koch, wandert durch die Republik, besucht alle WM-Städte und glaubt an die deutsche Mannschaft.

Er hat eine tolle Homepage, schreibt dort regelmäßig und ausführlich Tagebuch, er hat ein eigenes Logo, T-shirts natürlich (19,90) und einen Haufen Medientermine, bald übrigens auch hier ein paar Straßen weiter.

Nun gibt es Leute, für die war schon die „Du bist Deutschland“-Kampagne [hier schmähendes Adjektiv ihrer Wahl einsetzen]. Einige von ihnen finden es jetzt merkwürdig, dass ein Arbeitsloser zufällig Freunde hat, die eine Werbeagentur betreiben und ihren Kumpel durch die Republik jagen, statt ihn in ihrem Büro das Mittag kochen zu lassen. Und sie wittern eine dubiose zeitliche und inhaltliche Nähe zur DbD-Kampagne. Den Legionen von Arbeitslosen im Land solle mit Seppls Story mal gezeigt werden, dass sie sich nich so haben sollen. Arsch zusammen, Blick nach vorn, und im Zweifel reicht ein dicker Schlafsack und der Glaube an die 1:4-Verlierer.

Also eines weiß ich ganz genau: Köche müssen in diesem Land nicht arbeitslos sein oder auf Werbetour für irgendwas gehen. Ich kenne seit vielen Jahren einen Koch, der war immer sehr, sehr misstrauisch gegenüber arbeitslosen Köchen. Ob nun der Wander-Seppl den Vorzeige-Arbeitslosen propagieren soll oder einfach ein Spaß unter Freunden ist, mögen andere beurteilen. Ich jedenfalls bin und bleibe da skeptisch.

Schieß den Ball ins Tor!

Hat das hier schon mal jemand gehört oder den Text von?

Will noch jemand ein Eis?

Nein, danke, also entweder Stadion oder Marktplatz oder Couch.

Ich will keine Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland!

Peter Richter beim Deutschlandradio:

Alles, ausnahmslos alles wird für diese Weltmeisterschaft zugerichtet, alle Dimensionen des öffentlichen Raums. Es gibt praktisch kein Draußen mehr. Deutschland: eine totalitäre Fußball-Diktatur.

Fußballstadien sind nichts für Intellektuelle. Stadien sind Gegenwelten zur Zivilgesellschaft, zu Toleranz und Aufklärung, Stadien sind die letzten Refugien für archaische Stammesrituale, Orte, an denen die Komplexität der modernen Welt für anderthalb Stunden durch primitivstes Freund-Feind-Denken unterlaufen wird.

Dann lieber so vorgehen wie bei André Hellers Eröffnungsshow: Wenn es peinlich zu werden droht, aus fadenscheinigen Motiven absagen. Insofern muss man jetzt alle Hoffnungen auf H5N1 setzen.

Mach disch ma logger, Pedder, is ja bald alles wieder vorbei.

Direkter Freistoß des Tages.