… in der betäubt ein großer Wille steht.

Ganz großes Fernsehen eben bei 3sat: Oliver Kahn rezitiert Rainer Maria Rilke:

Der Panther

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf – Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.

Der Filmemacher über seinen Film:

Im späteren Verlauf der Dreharbeiten haben ihn vermutlich auch meine Fragen davon überzeugt, dass wir tatsächlich nicht die Absicht hatten, ihn zu überrumpeln und pikante Details aus seinem Privatleben herauszukitzeln. (…)

Ich war überrascht, wie sicher sich die Fans in ihrem Urteil über Oliver Kahn sind, den sie doch nur von einem relativ oberflächlichen Erscheinungsbild in den Medien kennen. Jeder einzelne von ihnen ist von der ausschließlichen Gültigkeit seiner Meinung überzeugt – im Positiven wie im Negativen.(…)

Seine Fähigkeit, sich selbst und die jeweilige Situation, in der er sich befindet, klar und schonungslos zu analysieren, daraus Schlussfolgerungen zu ziehen und sein Leben danach auszurichten, hat mich beeindruckt.

Mein Fazit: Sowohl für Oliver Kahn als auch die deutsche Nationalmannschaft ist es gut, dass der Ex-Titan bei der WM auf der Bank sitzt. Es hätte für beide zu viel schief gehen können.

Nochwas: Die F&T-Experten haben es bemerkt. Es war ein Themenabend.

ok

Ach ja: Diese Kahn-Geschichte hat hoffentlich auch schon jeder gelesen.


1 Antwort auf „… in der betäubt ein großer Wille steht.“


  1. 1 r0ssi 12. Mai 2006 um 15:33 Uhr

    habs zufälligerweise mitbekommen, aber nur die letzte 1/4h. wird hoffentlich bald nochmal gezeigt.

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