Eigendynamik

Der Fußball im Herbergerschen Sinne ist längst zu einer gigantischen Unterhaltungsindustrie geworden. Das haben wir als Fernsehanstalten sicher mit transportiert. Hier hat sich eine Eigendynamik entwickelt, die wir nicht kanalisieren können.

Nicht kanalisieren können oder wollen, Herr Faßbender? Und es hat sich keine Dynamik entwickelt – IHR habt den Gigantismus entwickelt, Heribert, IHR habt gut daran verdient. Und IHR geht in den Ruhestand und rühmt euch, eine Fußballsendung ohne Showtreppe wieder etabliert zu haben.

Dass aber in der Sportschau außer geremixten Bundesligaspielen nicht viel passiert, dass nicht mal ansatzweise gezeigt wird, wer wobei wieviel zu Recht und Unrecht verdient, dass es nicht geschafft wird, die teils sehr informativen Print-Berichte ins Fernsehen zu hieven, dass immer alles an eine Person getackert wird, ohne auch nur ein Körnchen Meta-Ebene mit zu verrühren – dass könnt ihr sehr wohl kanalisieren.

Und sagt nicht, das will keiner sehen. Arte will auch keiner sehen. Lokalsport will auch keiner lesen. Deutschlandfunk will auch keiner hören. Aber alles auf eine dubiose Frau Eigendynamik zu schieben, ist zu billig.

Und sie laufen! Naß und nässer
Wirds im Saal und auf den Stufen:
Welch entsetzliches Gewässer!
Herr und Meister, hör mich rufen! -
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister,
Werd ich nun nicht los.

In die Ecke,
Besen! Besen!
Seids gewesen!
Denn als Geister
Ruft euch nur, zu seinem Zwecke,
Erst hervor der alte Meister.